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Leitender Geistlicher hört 2023 auf

Propst Matthias Schmidt kündigt Rückzug an

Matthias Schmidt

Matthias Schmidt

Er hat es sich reiflich überlegt: Der oberhessische Propst Matthias Schmidt hat seinen vorzeitigen Rückzug aus dem Amt angekündigt. Was hat ihn dazu bewegt?

Der Propst für Oberhessen, Matthias Schmidt, hat seinen Rückzug aus dem Amt angekündigt. Schmidt erklärte am Mittwoch (23. März) in Gießen, dass er sich als einer der dienstältesten Pröpste in der Evangelischen Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) aus persönlichen Gründen dazu entschlossen habe. Er wolle „den Staffelstab des Propstamtes nach zwölf Jahren weitergeben“. Schmidt habe dazu für Anfang des kommenden Jahres um seine Entpflichtung gebeten. Sein regulärer Dienst als Propst hätte bis 2027 gedauert. Bis spätestens März kommenden Jahres soll eine Nachfolge für das Amt gefunden sein, das in anderen Landeskirchen einem Regionalbischof entspricht. Der 58 Jahre alte Theologe ist von Gießen aus seit 2010 für etwa 300.000 Evangelische in den Landkreisen Gießen, Vogelsberg und Wetterau zuständig.

Intensive Amtszeit als Propst

Schmidt blickt nach eigenen Worten auf eine „intensive und dichte Amtszeit“ zurück. Er wolle sich nun noch einmal eine andere berufliche Perspektive als Pfarrer eröffnen. Ihm sei bewusst, „dass diese Entscheidung unkonventionell ist.“ Auch wenn die evangelische Kirche Wert darauf lege, „dass Ämter nur auf Zeit anvertraut sind, ist die Entscheidung, aus dem Propstamt nicht in ein anderes Leitungsamt oder in den Ruhestand zu wechseln, eher ungewöhnlich“, so Schmidt. Gleichzeitig habe er „die Bürde des Amtes“ auch gesundheitlich gespürt. „Aus persönlichen Gründen möchte ich diesen Schritt jetzt gehen, wo ich für mich sehe, dass ich eine lange und gute Etappe gelaufen bin“, begründet der leitende Geistliche seinen Entschluss.

Seelsorge als kirchliche Säule

Vor zwei Jahren hatte Schmidt bei seiner Wiederwahl vor der Kirchensynode bereits die Seelsorge als wichtigste Säule der kirchlichen Arbeit bezeichnet. Schmidt: „Kirche sind wir einerseits an den Hecken und Zäunen des Lebens, begleiten Menschen in ihren vielfältigen Lebensvollzügen. Und durch Seelsorge öffnen wir andererseits Räume, Segensräume, bieten Schutz und Beheimatung.“ Die evangelische Kirche in Oberhessen habe sich dabei immer als eine „öffentlich einmischende Kirche und begleitende Kirche“ verstanden.

Zur Person Matthias Schmidt

Matthias Schmidt wurde 1964 in Ingelheim am Rhein geboren. Er studierte Evangelische Theologie zunächst in Mainz und später in Bonn, wo er zusätzlich das Fach Altkatholische Theologie belegte. Nach dem Examen 1989 machte er ein Freiwilliges Soziales Jahr bei der Kommunität Offensive Junger Christen in Reichelsheim im Odenwald. 1991 absolvierte er das Vikariat in der Kirchengemeinde Fränkisch-Crumbach im Odenwald und im Predigerseminar in Friedberg. Im Spezialvikariat arbeitete Schmidt im Konfessionskundlichen Institut des Evangelischen Bundes in Bensheim, wo er insbesondere über Anglikanische, Altkatholische und orthodoxe Kirchen forschte. 1993 wurde Schmidt Pfarrvikar und später Pfarrer in der Kirchengemeinde Neuhäusel im Dekanat Selters. 1997 wechselte er auf die Pfarrstelle in Schlitz im Vogelsberg. 1998 und 1999 war er zusätzlich stellvertretender Dekan im Dekanat Lauterbach und nach dessen Fusion zum Dekanat Vogelsberg kommissarisch dessen stellvertretender Dekan. 2005 reduzierte er seine Pfarrstelle um 50 Prozent und wurde mit halber Stelle Referent für Bildung, Erziehung und Arbeit mit Zielgruppen im Dekanat. 2007 verließ Schmidt den Gemeindedienst und wurde zusätzlich Referent für Gesellschaftliche Verantwortung im Dekanat Vogelsberg. 2009 wurde er erstmals von der Synode zum Propst gewählt und trat sein Amt ein Jahr später an. Im Herbst 2020 wurde er von der Kirchensynode mit großer Mehrheit  für weitere sechs Jahre im Amt bestätigt. Themenschwerpunkte waren die Familiensituation im Vogelsberg, Erziehung und religiöse Bildung. Als seine Hobbys gibt Schmidt Wandern, Tanzen und Kochen an. 

 

 


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