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Junge Kirche Gießen

Gießener Spendenaktion für ukrainische Flüchtlinge

Jugendliche aus der evangelischen und katholischen Jugendarbeit packen in der Jungen Kirche Gießen Hilfsgüter für ukrainische Flüchtlinge in Kisten

Emsige Betriebsamkeit herrschte am Mittwoch und Donnerstag in der Jungen Kirche Gießen (JuKi). Hunderte von Kisten mit Sachspenden für ukrainische Flüchtlinge in Osteuropa wurden verpackt.

Junge Menschen bewegen sich mit Kisten durch ein riesiges, inzwischen geordnetes Sortiment von Hygienartikeln und packen sie systematisch voll. Der evangelische Stadtjugendpfarrer Alexander Klein hatte um Spenden gebeten für ukrainische Familien, die vor dem Krieg geflohen sind. Gesammelt wurden Hygiene-Artikel, die anschließend von der in Gießen ansässigen Hilfsorganisation GAiN, mit Lastwagen nach Osteuropa transportiert wurden. GAiN hatte detaillierte Angaben gemacht, was konkret gebraucht wird. Von Zahnbürsten über Duschgel bis Handtücher. In der Jungen Kirche greift ein Rädchen ins andere und so stehen am Ende mehr als 700 gepackte Kisten bereit, mit dem notdürftigsten, was Familien brauchen, die Hals über Kopf vor dem Krieg fliehen mussten.

Spender halfen auch beim Sortieren und Packen

Die Resonanz des Aufrufs, der auch in den Sozialen Medien breit gestreut wurde, ist enorm. Die Dekanatsjugendreferentin Laura Schäfer berichtet, das Spenden von Gemeinden und Kindertageseinrichtungen, sogar aus den Landkreisen Gießen und Lahn-Dill und von sehr vielen Privatpersonen kamen. Neben Sachspenden wurde auch Geld gegeben. „Wir waren zusätzliche Dinge einkaufen, um die „Familienkisten“ zu vervollständigen. In Wetzlar und Kassel gefahren, um 500 Handtücher zu kaufen.“ Großartig finden sie und Alexander Klein, dass manche Spender:innen sogar noch blieben, um zu helfen, die Sachspenden zu sortieren oder einzupacken.

Für die Hilfsorganisation GAiN ist es eine sehr effiziente Unterstützung, weil sie komplett verpackte Kisten gleicher Größe bekommt, die sich so einfach in die Lastwagen stapeln lassen. Beteiligt sind Ehrenamtliche nicht nur der Evangelischen sondern auch der Katholischen Jugend, aus dem CVJM und der Evangelischen Studierendengemeinde Gießen.

Menschen fühlen sich ohnmächtig

Für Stadtjugendpfarrer Alexander Klein hat die Aktion mehrere Dimensionen. Die Sachspenden sind für die geflüchteten Ukrainer wichtig. Klein beobachtet aber auch, dass Helfen in dieser alle verstörenden Situation des Kriegs mitten in Europa Menschen entlastet. „Sie wollen wenigstens ein bisschen was tun, weil sie sich so ohnmächtig fühlen, damit können sie ihrer Verunsicherung Gestalt geben.“  

Am Abend war die Junge Kirche dem Aufruf gefolgt, als Zeichen der Solidarität die Glocken zu läuten und für einen Moment das Licht zu löschen, um zu zeigen, dass man auch ohne die russische Energie auskommen wolle, als Zeichen gegen die russische Aggression. „Wir haben diese Zeit genutzt, um Ruhe zu haben, Kerzen anzuzünden, zu beten. Das war ein wichtiger Moment, weil sich das praktische Tun und das Spirituelle verbunden haben. Das ist wichtig in der JuKi, „dass wir endlich was für andere tun können und nicht allein Gottesdienste feiern und Bibel lesen“.

 


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